Als erstes ist Waschtag angesagt:


Bild "Plattenwaesche_50.jpg"

Auch wenn nicht jede Schellackplatte so verdreckt ist wie diese ...

Bild "Platte_verdreckt.jpg"

... muss jede Platte zunächst mit einem Papiertaschentuch abgewischt werden bevor der mit destilliertem Wasser und ein paar Tropfen neutralem Geschirrspülmittel gefüllte Knosti Waschbottich zum Einsatz kommt:

Bild "Knosti.jpg"

/!\ Unbedingt beachten:  /!\

Die original mit dem Knosti gelieferte Reinigungsflüssigkeit
ist ausschließlich für Vinylplatten geeignet - sie zerstört Schellack!  

Nach der Wäsche werden die Platten zum Trocknen abgestellt:

Bild "Trocknen.jpg"

In der Regel reicht die Plattenwäsche im Bottich nicht aus. Die Platte wird auf den Plattenteller gelegt
und bei 33 U/Min ( !!! ) innen mit destilliertem Wasser benetzt ...

Bild "Benetzen_33upm.jpg"

... und die Rillen von innen nach aussen mit der Zahnbürste gereinigt:

Bild "Zahnbuerste.jpg"

Danach wird die Flüssigkeit mit einem nicht auseinandergefalteten Papiertaschentuch aufgesaugt.

Die noch feuchte Platte testweise abspielen - gegebenfalls muss die Prozedur wiederholt werden, besonders im Bereich Richtung Label.

Oft ist noch punktförmiger Dreck in den Rillen welcher mit der Stahnadel herausgeporkelt wird.


Hartnäckige Stellen werden bei stehendem Plattenteller eingeweicht:

Bild "Einweichen.jpg"

Wenn selbst das bei wachsartigen Rückständen nicht bessert kommt eine leise ( !!! ) Grammophonnadel zum Einsatz - entweder von Hand geführt oder im Koffergrammophon:

Bild "Abraum.jpg"

Abraum aus den Furchen einer anderen Platte - nach mehrfachem einweichen:

Bild "Victor_V38013_Abraum.jpg"

Wenn nötig muss auch mal ganzflächig eingeweicht und geschrubbt werden:

Bild "Harmony_einweichen.jpg"


Im Idealfall verbeiben nach der Wäsche nur noch die mechanischen Beschädigungen in der Rille.

Manchmal hilft gar nichts: nach der Wäsche wurde ein wachsartiger Fleck mit einem Tropfen destilliertem Wasser eingeweicht,

Bild "Drop.jpg"

allerdings vergebens. Mit der Bürste hat sich das wachsartige Metarial zuächst verschmiert, nach einer weiteren gründlichen Bürstenmassage erkennt man dass die Rillen angefressen wurden:

Bild "Drop2.jpg"

Bild "Drop3.gif"

Das Orchester von Jack Shilkret unter der Leitung seines Bruders Nathaniel Shilkret hat "Funny" am 05. und 13.08.1925 in New York insgesamt sechsmal für Victor aufgenommen (19752). Bei den abgewiesenen Takes 1 bis 3 spielt Joe Green das Marimbaphon, bei Take 4 bis 6 das Xylophon. Einzig veröffentlicht wurde Take 5 vom 13.08.1925, Take 6 wurde aufbewahrt.

Bis auf den Schaden eine fast neuwertige Platte in bekannt schlechter Pressqualität von HMV. Nach der abschliessenden manuellen Bearbeitung durchaus passabel anzuhören:


Bild "HMV_B2158_5-630_A32988.jpg"
(MP3, 3:17, 865kB)


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