Grundlagen der Digitalisierung


Mein Bestreben ist nicht die Bewahrung der zeitgenössischen Wiedergabequalität, sondern zu erreichen wie es vor dem Aufnahmetrichter oder Mikrophon geklungen haben könnte.

Dabei ist das sture Festhalten an den verschiedenen Schneidkennliien oft hinderlich. Zu unterschiedlich sind die Einflüsse von Aufnahmetechniker, Mikrophonaufstellung und Aufnahmeort.

Studioaufnahmen klingen bei gleicher Schneidkennlinie ganz anders als solche in öffentlichen Räumen.

Diejenigen Plattenfirmen welche nicht das hervorragende elektrische Aufnahmesystem der WESTERN ELECTRIC lizensieren konnten produzierten Platten derart unterschiedlicher Qualität dass an eine Norm nicht zu denken ist. Besonders übel sind die elektrisch geschnittenen Platten von HOMOCORD.

Auch wenn die erste Idee der mehrkanaligen Aufnahme mit einem wohl kaum praktikablen Verfahren bereits am 12.12.1906 für den Franzosen Maurice Canade aus Toulon patentiert wurde


Bild "Mehrkanalaufnahme_19061212_Patent.png"

sind doch alle Schellackplatten monophon aufgenommen.

Die Werbung der Deutschen Grammophon A.G. für deren Polyfar-Raumton-Aufnahmen ist schlichtweg irreführend:

Bild "Elektri-Grammophon_Huelle_30cm_19832.jpg"

Es besagt nur dass sich die Künstler nicht mehr den Restriktionen der mechanischen Aufnahme unterzuordnen hatten weil das empfindlichere Mikrophon in einem gewissen Abstand aufgestellt wird.

Weshalb die Basis jeder Digitalisierung die stereophone Abtastung mit neuzeitlichen Apparaturen ist zeigt dieser Ausschnitt:


Bild "Anfang_60sec.gif"

Das Detail zeigt deutlich dass die Störungen in beiden Kanälen unterschiedlich sind:

Bild "Anfang_Detail.gif"

Weil die Software jeden Kanal separat bearbeitet erhält man schon im ersten Prozess ein besseres Ergebnis als bei monauraler Wiedergabe.


Als erster Prozess wird RILLENPUTZ eingesetzt. Das Bild zeigt eine typische Einstellung des Frequenzgangs und der Rauschunterdrückung, mit Absenkung unter 50Hz und über 10 kHz:

Bild "Anfang_Rillenputz_hauptfenster.gif"

Bild "Anfang_Rillenputz_declick.gif" Bild "Anfang_Rillenputz_denoiser.gif" Bild "Anfang_Rillenputz_kurven.gif"

Der DECLICKER ist so voreingestellt und wird im ersten Prozess so verwendet.

Der DENOISER entspricht bezüglich SCHWELLE nicht der Voreinstellung (100%). Weniger ist hier bei elektrischen Gesangsaufnahmen mehr.

Alle Schieberegler können während der akustischen VORSCHAU verändert werden. Dabei hilft der Vergleich indem man sich mit "nur Klicks" oder "nur Rauschen" anhört was herausgerechnet wird.

Die EINSTELLUNGEN können gespeichert und ausgewählt werden. Hier liessen sich auch die genormten Entzerrungen der diversen genormten Schneidkennlinien von elektrisch aufgenommenen Platten speichern.

Die RAUSCHPROBE verwende ich nicht weil die Einlaufrille meistens zu viele Störungen durch die Wiedergabe mit Stahnadeln aufweisen.

Bei allen Überlegungen bezüglich Schneidkennlinienentzerrung muss berücksichtigt werden dass die Aufnahme bereits nach RIAA entzerrt wurde. Insofern mussen nur Abweichungen davon korrigiert werden. Allerdings hilft hier das Festhalten an jedweder Norm nicht weiter: warum erst absenken was später wieder verlustbehaftet angehoben werden muss?

Die bei AUDACITY mitgelieferten Kennlinen sind erfahrungsgemäss wenig hilfreich:


Bild "Audacity_RIAA.png"

Zweimal Entzerrung nach RIAA würde eine extrem basslastige und dumpfe Wiedergabe bewirken!

Fazit:


Für die individuelle Korrektur des Frequenzgangs ist es hilfreich Konzerte mit unverstärkten Instrumenten besucht zu haben. Der teils nachlässig aufgenommene Refraingesang muss oft zu Lasten der Nebengeräuschfreiheit korrigiert werden.

Bei akustisch aufgenommenen Platten gibt es keine Schneidkennlinie. Man muss hoffen dass der Aufnahmetechniker die Künstler optimal vor dem Aufnahmetrichter platziert hat.

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(Ein Beispiel mit elektrischer Aufnahme wird vorbereitet)